Der Weg zur kli­ma­neu­tra­len Halb­lei­ter­fer­ti­gung: 100 % Des­truc­tion and Rem­oval Effi­ci­en­cy (DRE) für CF₄-Emissionen

Her­aus­for­de­rung CF₄

Tetraf­lu­or­me­than (CF₄) stellt eine der größ­ten Kli­ma­schutz-Her­aus­for­de­run­gen der Indus­trie dar. Die effek­ti­ve Zer­stö­rung von CF₄ ist daher ent­schei­dend für den Umwelt- und Kli­ma­schutz. Die effi­zi­en­te Behand­lung zählt außer­dem zu den zen­tra­len ESG-Zie­len vie­ler Unter­neh­men. DAS EE bie­tet effi­zi­en­te Lösun­gen zur Errei­chung die­ser Zie­le an.

CF₄ zählt zu den kli­ma­schäd­lichs­ten indus­tri­el­len Gasen, da es ein sehr hohes Treib­haus­po­ten­zi­al (Glo­bal Warm­ing Poten­ti­al, GWP) von rund 7.380 über den Ver­gleichs­zeit­raum von 100 Jah­ren besitzt und mit Ver­weil­zei­ten von min­des­tens 50.000 Jah­ren in der Atmo­sphä­re extrem lang­le­big ist. Bereits gerin­ge Emis­sio­nen wir­ken daher über vie­le Jahr­tau­sen­de und tra­gen wesent­lich zur Kli­ma­er­wär­mung bei. Das Treib­haus­po­ten­ti­al ist ein Maß dafür, wie stark ein bestimm­tes Treib­haus­gas zur Erwär­mung der Erd­at­mo­sphä­re im Ver­gleich zu Koh­len­di­oxid (CO2) bei­trägt. Es wird typi­scher­wei­se über einen Zeit­raum von 100 Jah­ren betrachtet.

Das Gas selbst ist für Men­schen nicht akut gesund­heits­ge­fähr­dend. Es hat in übli­chen Kon­zen­tra­tio­nen weder rei­zen­de noch toxi­sche Wir­kung auf die Atem­we­ge und ist nicht brenn­bar. Die eigent­li­che Gefahr von CF₄ geht jedoch von sei­ner Aus­wir­kung auf das Kli­ma und sei­ne lan­ge Ver­weil­dau­er in der Atmo­sphä­re aus („kli­ma­ti­sche Unsterblichkeit“).

Berechnung CF4 Emissionen

Bei­spiel­rech­nung: Hat ein Kilo­gramm CF₄ ein GWP₁₀₀ von 7.380, so wirkt es in 100 Jah­ren genau­so wie 7.380 Kilo­gramm CO₂.

 

Glo­ba­le Regu­lie­rung der CF₄-Emis­sio­nen in der Halbleiterindustrie

Die Halb­lei­ter­fer­ti­gung ist eine rele­van­te Quel­le für CF₄-Emis­sio­nen, die haupt­säch­lich bei Plas­ma­ätz- und Kam­mer­rei­ni­gungs­pro­zes­sen ent­ste­hen. CF₄ ist ein fluo­rier­tes Treib­haus­gas mit einem extrem hohen Treib­haus­po­ten­zi­al und unter­liegt daher einer zuneh­men­den behörd­li­chen Kon­trol­le. CF₄-Emis­sio­nen wer­den jedoch im All­ge­mei­nen nicht durch CO₂-Preis­me­cha­nis­men wie Koh­len­stoff­steu­ern oder Emis­si­ons­han­dels­sys­te­me regu­liert. Statt­des­sen wer­den sie durch spe­zi­fi­sche Vor­schrif­ten für fluo­rier­te Treib­haus­ga­se, Mel­de­pflich­ten im Rah­men natio­na­ler Treib­haus­gas­in­ven­ta­re und bran­chen­spe­zi­fi­sche Reduk­ti­ons­ver­pflich­tun­gen (z. B. Abmin­de­rungs­an­for­de­run­gen, bes­te ver­füg­ba­re Tech­ni­ken oder frei­wil­li­ge Ver­ein­ba­run­gen) geregelt.

In der Euro­päi­schen Uni­on fällt CF₄ unter die F‑Gas-Ver­ord­nung, die sich auf die Über­wa­chung, Bericht­erstat­tung und Redu­zie­rung von Emis­sio­nen fluo­rier­ter Treib­haus­ga­se, ein­schließ­lich Pro­zess­ga­sen, die bei der Halb­lei­ter­her­stel­lung ver­wen­det wer­den, kon­zen­triert und nicht auf die direk­te Beprei­sung von Kohlenstoff.

In den USA unter­lie­gen CF₄-Emis­sio­nen aus Halb­lei­ter­fa­bri­ken der Mel­de­pflicht im Rah­men des EPA-Treib­haus­gas­be­richts­pro­gramms, ergänzt durch lang­jäh­ri­ge frei­wil­li­ge Reduk­ti­ons­ver­ein­ba­run­gen zwi­schen der Indus­trie und den Regulierungsbehörden.

In Tai­wan, einem wich­ti­gen glo­ba­len Zen­trum für die Halb­lei­ter­her­stel­lung, wer­den CF₄-Emis­sio­nen durch natio­na­le Treib­haus­gas­be­richts­an­for­de­run­gen und sek­tor­spe­zi­fi­sche Min­de­rungs­maß­nah­men im Rah­men des Kli­ma­schutz­ge­set­zes gere­gelt, wäh­rend CO₂-Beprei­sungs­in­stru­men­te sepa­rat auf ener­gie­be­zo­ge­ne Emis­sio­nen abzielen.

In Japan und Süd­ko­rea wer­den CF₄ und ande­re fluo­rier­te Pro­zess­ga­se in ähn­li­cher Wei­se durch Mel­de­pflich­ten, Tech­no­lo­gie­stan­dards und Bran­chen­richt­li­ni­en regu­liert, wobei der Schwer­punkt eher auf Reduk­ti­ons­tech­no­lo­gien liegt.

War­um 100 % Des­truc­tion and Rem­oval Effi­ci­en­cy (DRE) in der Halbleiterfertigung?

CF4 wird in der Halb­lei­ter­fer­ti­gung vor allem beim Plas­ma­ät­zen und bei Plas­marei­ni­gungs­pro­zes­sen ein­ge­setzt. Unmit­tel­bar nach dem Auf­brin­gen und Belich­ten des Foto­lacks auf den Wafer bei der Foto­li­tho­gra­fie wer­den alle nicht vom Foto­lack geschüt­zen Berei­che auf der Wafer­ober­flä­che durch Plas­ma­ät­zen ent­fernt. Plas­marei­ni­gung wird an meh­re­ren Stel­len inner­halb des Fer­ti­gungs­pro­zes­ses ein­ge­setzt, z.B. als Vor­rei­ni­gung vor Beschich­tungs­pro­zes­sen oder nach Ätz­pro­zes­sen (Etch), um mög­li­che Kon­ta­mi­na­tio­nen durch Ätz­rück­stän­de zu ver­mei­den. Auch bei der soge­nann­ten Tro­cken­rei­ni­gung der Pro­zess­kam­mern (Cham­ber Clea­ning) von Fer­ti­gungs­an­la­gen im Rein­raum zur Ent­fer­nung von Reak­ti­ons­pro­duk­ten wird CF4 ver­wen­det. Her­kömm­li­che ther­mi­sche Abgas­rei­ni­gungs­an­la­gen errei­chen zwar bis zu 95% DRE, aber das ist zu wenig ange­sichts des bereits genann­ten stei­gen­den regu­la­to­ri­schen Drucks – die Chip­fa­bri­ken der nächs­ten Gene­ra­ti­on stre­ben Zero-Emis­si­on-Sub­fabs an.

Die tech­ni­schen Herausforderungen

Die Zer­stö­rung von CF₄ in den Abgas­strö­men der Halb­lei­ter­fer­ti­gung erfor­dert die Lösung zwei­er Kern­pro­ble­me: die extre­me Bin­dungs­sta­bi­li­tät und die Ten­denz von unvoll­stän­dig gespal­te­nen CF4-Mole­kü­len (Radi­ka­le), wie­der zu CF₄ zu rekom­bi­nie­ren. Die C–F‑Bindung in CF₄ zählt mit 486 kJ/mol zu den stärks­ten Bin­dun­gen in der Che­mie. Ihre Spal­tung ist daher nur unter extre­men Bedin­gun­gen mög­lich, etwa bei Tem­pe­ra­tu­ren über 1000 °C oder in ener­gie­rei­chen Plas­men. Bei nied­ri­ge­ren Tem­pe­ra­tu­ren besteht die Gefahr, dass die Bin­dun­gen nur unvoll­stän­dig gespal­ten wer­den und die­se Radi­ka­len (Frag­men­te) zu neu­em CF4 rekom­bi­nie­ren. Ohne Gegen­maß­nah­men kann die DRE prak­tisch gegen Null gehen.

Inno­va­ti­ve Lösungs­an­sät­ze für die hoch­wirk­sa­me CF₄-Abgasbehandlung

DAS Envi­ron­men­tal Experts bie­tet zwei tech­no­lo­gisch unter­schied­li­che, aber kom­ple­men­tä­re Ver­fah­ren zur nahe­zu voll­stän­di­gen Zer­stö­rung hoch­sta­bi­ler Pro­zess­ga­se wie CF₄: Plas­ma-Wet und Burn-Wet. Bei­de Ansät­ze ver­fol­gen das glei­che Ziel – eine Zer­stö­rungs- und Ent­fer­nungs­ef­fi­zi­enz von über 99,9 % – set­zen jedoch unter­schied­li­che phy­si­ka­lisch-che­mi­sche Mecha­nis­men ein und erfül­len damit ver­schie­de­ne öko­lo­gi­sche und stra­te­gi­sche Anfor­de­run­gen der Halbleiterindustrie.

Plas­ma-Wet: Zukunfts­si­che­re Tech­no­lo­gie für eine emis­si­ons­freie Fertigung

Die Plas­ma-Wet-Tech­no­lo­gie basiert auf der Erzeu­gung eines hoch­en­er­ge­ti­schen Plas­ma­zu­stands, der sich durch Tem­pe­ra­tu­ren von etwa 10.000 Kel­vin und ener­gie­rei­che Elek­tro­nen und Ionen aus­zeich­net. Die­ses Plas­ma wird durch einen Licht­bo­gen zwi­schen zwei Elek­tro­den erzeugt und auf ein strö­men­des Trä­ger­gas – typi­scher­wei­se Stick­stoff – über­tra­gen. In die­ser Umge­bung wer­den die extrem sta­bi­len CF₄-Mole­kü­le ther­misch auf­ge­bro­chen und in reak­ti­ve Frag­men­te überführt.

Durch die kon­trol­lier­te Zufuhr von Sau­er­stoff und Was­ser­stoff (in Form von Was­ser) wer­den die­se Frag­men­te voll­stän­dig zu CO₂ und Fluss­säu­re (HF) umge­setzt; die HF wird anschlie­ßend aus­ge­wa­schen und neu­tra­li­siert. Die Kom­bi­na­ti­on aus hoher Tem­pe­ra­tur, Plas­ma­ak­ti­vi­tät und geziel­ter Oxi­da­ti­on ver­hin­dert Reak­tio­nen zurück zu uner­wünsch­ten Aus­gangs­ver­bin­dun­gen und ermög­licht hohe Zerstörungsgrade.

STYRAX Plas­ma-Wet-Sys­te­me über­zeu­gen bereits heu­te durch DRE-Wer­te über 95 %, einen nied­ri­gen Ener­gie­be­darf und einen gerin­gen CO₂-Foot­print. Da sie ohne Erd­gas aus­kom­men, gel­ten sie als beson­ders zukunfts­si­cher – ein ent­schei­den­der Vor­teil ange­sichts der glo­ba­len Net-Zero-Stra­te­gien und der zuneh­men­den For­de­rung nach einer voll­stän­dig erneu­er­ba­ren Ener­gie­ver­sor­gung in der Chip­fer­ti­gung. Lau­fen­de For­schungs­pro­jek­te und Koope­ra­tio­nen mit Hoch­schu­len trei­ben die Wei­ter­ent­wick­lung bis hin zu einer Effi­zi­enz von >99,9 % aktiv voran.

Alternative Energiequelle Plasma
TILIA Abatement System

Burn-Wet: Maxi­ma­le Effi­zi­enz für höchs­te Zerstörungsraten

Das Burn-Wet-Ver­fah­ren setzt auf die ther­mi­sche Oxi­da­ti­on der Pro­zess­ga­se in einem Bren­ner-basier­ten Sys­tem. Das Bren­ner-Wäscher-Sys­tem TILIA von DAS Envi­ron­men­tal Experts wur­de unab­hän­gig vali­diert und erreicht bereits heu­te eine Zer­stö­rungs- und Ent­fer­nungs­ef­fi­zi­enz von über 99,9 % für CF₄ und ande­re fluo­rier­te Treib­haus­ga­se – und über­trifft damit deut­lich die im SEMI-SCC-White­pa­per (2024) emp­foh­le­nen Ziel­wer­te von >95 % bzw. >99 % DRE.

Bei­de Sys­te­me arbei­ten äußerst zuver­läs­sig und sind beson­ders geeig­net für Anwen­dun­gen, in denen maxi­ma­le Abgas­be­hand­lungs­leis­tung unab­hän­gig von Pro­zess­schwan­kun­gen gefor­dert ist.

Fazit: Der Weg zur Zero-Emis­si­on-Sub­fab ist erreichbar

Sowohl die Plas­ma-Wet- als auch die Burn-Wet-Tech­no­lo­gie bie­ten ein wirk­sa­mes Fun­da­ment für die deut­li­che Reduk­ti­on fluo­rier­ter Treib­haus­ga­se in der Halb­lei­ter­fer­ti­gung. Wäh­rend Burn-Wet bereits heu­te Zer­stö­rungs- und Ent­fer­nungs­ef­fi­zi­en­zen (DRE) nahe 100 % erzielt, eröff­net Plas­ma-Wet durch den Betrieb ohne fos­si­le Brenn­stof­fe einen zukunfts­fä­hi­gen Weg, der die Net-Zero-Stra­te­gien der Indus­trie unter­stützt. Bei­de Ansät­ze bil­den damit ein leis­tungs­fä­hi­ges Port­fo­lio, das sowohl hohe tech­ni­sche Wirk­sam­keit als auch öko­lo­gi­sche Ver­träg­lich­keit abdeckt.

Um die ver­blei­ben­den Rest­emis­sio­nen hoch­sta­bi­ler Mole­kü­le wie CF₄ voll­stän­dig zu eli­mi­nie­ren, ent­wi­ckelt DAS Envi­ron­men­tal Experts ein kata­ly­ti­sches Ver­fah­ren, das bei etwa 720 °C auch die letz­ten Pro­zent­punk­te der CF₄-Zer­set­zung erreicht. In ein mehr­stu­fi­ges Gesamt­sys­tem inte­griert – bestehend aus Point-of-Use-Abgas­be­hand­lung, zen­tra­ler kata­ly­ti­scher Nach­rei­ni­gung und nach­ge­schal­te­tem Nass­wä­scher – ent­steht ein ener­ge­tisch opti­mier­tes, res­sour­cen­scho­nen­des Abatement­konzept. Beson­de­ren Bei­trag zur Nach­hal­tig­keit leis­ten dabei Was­ser­re­cy­cling und die Mini­mie­rung des CO₂-Fußabdrucks.

Die­se tech­no­lo­gisch abge­stütz­te Vor­ge­hens­wei­se zeigt: Zero CF4 Emis­si­on kann unter Ein­satz moder­ner Aba­te­ment-Tech­no­lo­gien bereits heu­te als erreich­ba­res Pro­zess­ni­veau gel­ten. Durch die Kom­bi­na­ti­on aus Plas­ma-Tech­no­lo­gie, ther­mi­scher Kata­ly­se und intel­li­gen­ter Pro­zess­steue­rung kön­nen selbst extrem kli­ma­ak­ti­ve F‑Gase voll­stän­dig zer­stört wer­den. Gleich­zei­tig redu­ziert die dras­ti­sche Sen­kung von F‑Gas-Emis­sio­nen künf­ti­ge Car­bon-Tax-Belas­tun­gen und stärkt die regu­la­to­ri­sche Resi­li­enz der Hersteller.

DAS Envi­ron­men­tal Experts bie­tet damit nicht nur ein­zel­ne Lösun­gen, son­dern eine ganz­heit­li­che Emis­si­ons­stra­te­gie – von der Opti­mie­rung bestehen­der Anla­gen bis zur Inte­gra­ti­on erneu­er­ba­rer Ener­gien. Die Zero-Emis­si­on-Sub­fab wird so zum Schlüs­sel­bau­stein einer kli­ma­neu­tra­len Halb­lei­ter­pro­duk­ti­on und macht Her­stel­ler fit für die Anfor­de­run­gen einer nach­hal­ti­gen Industrietransformation.

„Wer CF zer­stört, beherrscht alle Pro­zess­ga­se. Nach­hal­tig­keit in der Halb­lei­ter­indus­trie beginnt mit der Zer­stö­rung der sta­bils­ten che­mi­schen Ver­bin­dun­gen in der Abgas­be­hand­lung – mit Hil­fe unse­rer Tech­no­lo­gien und Lösun­gen.“
Dr. Guy Davies, CBDO, DAS Envi­ron­men­tal Experts

Dr. Chris­ti­an Kuhne

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Dr. Chris­ti­an Kuhne

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