Was ist Feinstaub?

Fein­staub – win­zi­ge Teil­chen natür­li­chen oder indus­tri­el­len Ursprungs, die Umwelt und Mensch gefähr­lich wer­den kön­nen. Auch in der Halb­lei­ter­indus­trie stellt Fein­staub eine Her­aus­for­de­rung dar, für die DAS Envi­ron­men­tal Expert GmbH lang­jäh­rig erprob­te und ste­tig wei­ter­ent­wi­ckel­te Lösun­gen bietet.

Was ist Fein­staub und war­um ist er für Mensch und Indus­trie ein Problem?

Stäu­be sind fes­te Teil­chen, die über einen gewis­sen Zeit­raum in der Luft sus­pen­diert blei­ben. Die­se Par­ti­kel kön­nen aus orga­ni­schen (z.B. Bak­te­ri­en, Pilz­spo­ren, Holz, Mehl) oder anor­ga­ni­schen Mate­ria­li­en (z.B. Mine­ral­fa­sern, Glas, Gestei­ne) bestehen. Die­se in der Luft umher­flie­gen­den Kleinst­par­ti­kel sind lun­gen­gän­gig, also klein genug, um in den mensch­li­chen Kör­per ein­zu­drin­gen und sich in der Lun­ge abzu­la­gern bzw. sogar in den Blut­kreis­lauf zu gelan­gen. Dies kann schwer­wie­gen­de gesund­heit­li­che Fol­gen haben. Fein­staub und der rich­ti­ge Umgang damit ist und bleibt dem­nach eine zen­tra­le Her­aus­for­de­rung für Indus­trie und Umwelt.

Quel­len und Eigen­schaf­ten von Feinstaub

Staub­quel­len sind einer­seits natür­li­che Vor­gän­ge, wie Vul­ka­nis­mus, Ero­si­on und Stür­me, Mee­res­bran­dung, Pol­len­flug oder Wald­brän­de. Einen bedeu­ten­den Anteil an der Staub­be­las­tung der Atmo­sphä­re haben aber auch anthro­po­ge­ne Staub­quel­len, wie Ver­kehr, Land­wirt­schaft, Ener­gie­ge­win­nung und indus­tri­el­le Pro­zes­se. Pri­mä­rer Fein­staub wird unmit­tel­bar am Ort sei­ner Ent­ste­hung frei­ge­setzt, zum Bei­spiel bei Ver­bren­nungs­pro­zes­sen. Wenn die Par­ti­kel erst mit zeit­li­chem Abstand aus gas­för­mi­gen Vor­läu­fer­sub­stan­zen, wie Schwe­fel- und Stick­oxi­den, Schwe­fel­was­ser­stoff, Ammo­ni­ak oder flüch­ti­gen orga­ni­schen Koh­len­was­ser­stof­fen durch che­mi­sche Reak­tio­nen und/oder durch Anla­ge­rung an einen Kon­den­sa­ti­ons­kern ent­ste­hen, so wer­den sie als sekun­dä­rer Fein­staub bezeichnet.

Ein­tei­lung der Staub­par­ti­kel in Größenklassen

Staub­par­ti­kel wer­den nach ihrer Grö­ße in ver­schie­de­ne Klas­sen ein­ge­teilt. Dies geht zurück auf den im Jahr 1987 ein­ge­führ­ten Natio­nal Air Qua­li­ty-Stan­dard for Par­ti­cu­la­te Mat­ter (kurz als PM-Stan­dard bezeich­net) der US-ame­ri­ka­ni­schen Umwelt­schutz­be­hör­de Envi­ron­men­tal Pro­tec­tion Agen­cy (EPA). Auch nach DIN EN 12341:2014 ist Fein­staub der Kate­go­rie PMX „Schwebs­taub in der Luft, der einen grö­ßen­se­lek­ti­ven Luft­ein­lass pas­siert, der bei einem aero­dy­na­mi­schen Durch­mes­ser von x µm (Mikro­me­tern) eine Abschei­de­wirk­sam­keit von 50% aufweist“.

Feinstaub Größen im Vergleich zum menschlichen Haar

Aus gesund­heit­li­cher Sicht sind Grö­ße und Form der Staub­par­ti­kel sowie der Schad­stoff­ge­halt des jewei­li­gen Stau­bes die maß­geb­li­chen Kri­te­ri­en. Wäh­rend grö­be­re Par­ti­kel („Grob­staub“) von den Nasen­här­chen sowie den Schleim­häu­ten des Nasen-Rachen-Rau­mes abge­fan­gen wer­den, wer­den Fein­staub-Par­ti­kel über die Atem­we­ge bis in die Lun­ge inhaliert.

Fein­staub der Klas­se PM10 ent­spricht der soge­nann­ten tho­ra­ka­len Frak­ti­on nach den Nor­men EN 481 und ISO 7708. Die­se Par­ti­kel gelan­gen bereits in die obe­ren Berei­che der Lun­ge. Noch klei­ne­re Staub­teil­chen der Klas­se PM2,5 – auch bezeich­net als alveo­len­gän­gi­ge Frak­ti­on – wer­den über Luft­röh­re und Bron­chi­en hin­aus bis in die tie­fen Lun­gen­be­rei­che trans­por­tiert, wo die Dich­te des Flim­mer­epi­thels nach­lässt, was die Selbst­rei­ni­gung des Atem­or­ga­nes erschwert. Dazu gehört auch die Frak­ti­on der ultra­fei­nen Par­ti­kel (PM 0,1, Grö­ße < 0,1µm), bei der ver­mu­tet wird, dass sie über die Lun­gen­bläs­chen sogar in den Blut­kreis­lauf auf­ge­nom­men werden.

Gesund­heit­li­che Aus­wir­kun­gen von Feinstaub

Je klei­ner, des­to gefähr­li­cher: Die Aus­wir­kun­gen von Fein­staub auf Mensch und Umwelt sind abhän­gig von der Grö­ße und Ein­dring­tie­fe der Teil­chen, aber auch von ihrer che­mi­schen Zusam­men­set­zung. Staub­teil­chen kön­nen Sub­stan­zen wie Blei oder Queck­sil­ber ent­hal­ten. An der Ober­flä­che von Staub­par­ti­keln kön­nen sich aber auch wei­te­re Schad­stof­fe wie Koh­len­was­ser­stof­fe, Schwe­fel- oder Stick­stoff­ver­bin­dun­gen anla­gern. Fein­staub beein­träch­tigt die Gesund­heit; er ver­ur­sacht bzw. ver­stärkt Erkran­kun­gen der Atmungs­or­ga­ne, wie Bron­chi­tis, chro­nisch obstruk­ti­ve Lun­gen­er­kran­kung (COPD) oder Asthma.

Angriffsorte von Feinstaub im Menschen

Die gesund­heit­li­chen Aus­wir­kun­gen rei­chen Anga­ben der WHO und der Euro­päi­schen Umwelt­agen­tur zufol­ge von Schleim­haut­rei­zun­gen und loka­len Ent­zün­dun­gen in der Luft­röh­re und den Bron­chi­en oder den Lun­gen­bläs­chen bis zu ver­stärk­ter Plaque­bil­dung in den Blut­ge­fä­ßen, einer erhöh­ten Throm­bo­se­nei­gung oder Ver­än­de­run­gen der Regu­lie­rungs­funk­ti­on des vege­ta­ti­ven Ner­ven­sys­tems (Herz­fre­quenz­va­ria­bi­li­tät). Ultra­fei­ne Par­ti­kel mit einer Grö­ße von < 0,1µm ste­hen zudem im Ver­dacht, Krebs und Ent­zün­dun­gen her­vor­zu­ru­fen, die das Herz-Kreis­lauf-Sys­tem nach­hal­tig schädigen.

Gesetz­li­che Rege­lun­gen zur Reduk­ti­on von Feinstaub-Emissionen

Auf­grund die­ser Gesund­heits­ge­fah­ren gibt es seit eini­gen Jah­ren welt­weit Bestre­bun­gen, den Fein­staub­ge­halt in der Atem­luft zu redu­zie­ren. Für Mit­ar­bei­ter in Risi­ko­bran­chen, bei­spiels­wei­se im Berg­bau oder in Gie­ße­rei­en, gel­ten zusätz­lich stren­ge Arbeits­schutz­vor­schrif­ten. Denn wenn Beschäf­tig­te am Arbeits­platz dau­er­haft Staub aus­ge­setzt sind und die­sen ein­at­men, kann dies schwe­re Gesund­heits­schä­den wie Staub­lun­ge, Lun­gen­fi­bro­se und Lun­gen­krebs ver­ur­sa­chen. Für beson­ders gefähr­li­che Stäu­be gel­ten daher Arbeits­platz­grenz­wer­te. Außer­dem wur­den in den meis­ten Län­dern für Fein­staub Immi­si­ons­grenz­wer­te fest­ge­legt. So liegt seit 2005 euro­pa­weit der Tages­grenz­wert für die Fein­staub­frak­ti­on PM10 bei 50 µg/m3. Er darf nicht öfter als 35mal im Jahr über­schrit­ten wer­den; der zuläs­si­ge Jah­res­mit­tel­wert beträgt 40 µg/m3. Für Par­ti­kel PM2,5 ist seit 2008 euro­pa­weit ein Wert von 25 µg/m3 im Jah­res­mit­tel ver­bind­lich ein­zu­hal­ten. Die Grenz­wer­te, die die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on in ihren WHO-Luft­gü­te-Richt­li­ni­en emp­fiehlt, sind noch wesent­lich stren­ger. Die Fein­staub-Emis­sio­nen in Deutsch­land sind Anga­ben des Umwelt­bun­des­am­tes zufol­ge seit 1995 erheb­lich zurück­ge­gan­gen. So ist es gelun­gen, die PM2,5‑Emissionen von 0,22 Mil­lio­nen Ton­nen (Mio. t, 1995) auf 0,10 Mio. t (2018) zu redu­zie­ren.