05.09.2025

2. Indus­trie­was­ser­tag bei DAS EE in Dres­den: Die Zukunft der Abwasserbehandlung

Am 2. Indus­trie­was­ser­tag in Dres­den, ver­an­stal­tet von DAS Envi­ron­men­tal Experts und Endress+Hauser, dis­ku­tier­ten Teilnehmer*innen aus Indus­trie und Ver­wal­tung aktu­el­le Her­aus­for­de­run­gen und inno­va­ti­ve Ansät­ze der indus­tri­el­len Abwas­ser­be­hand­lung. Das brei­te Teil­neh­mer­feld reich­te von Halb­lei­ter- und Che­mie­un­ter­neh­men über Lebens­mit­tel- und Papier­her­stel­ler bis hin zu Spe­zi­al­an­bie­tern der Abwas­ser­tech­nik, Inge­nieur­bü­ros, Mess­tech­nik, Wis­sen­schaft und Verwaltung.

Nach der Begrü­ßung durch Mir­ko Hein­ze, Chief Ope­ra­ting Offi­cer der Busi­ness Unit Water bei DAS EE, und Oli­ver K. Stöckl, Geschäfts­füh­rer Endress+Hauser (Deutsch­land) GmbH+Co. KG, star­te­te das dicht gepack­te Pro­gramm aus Vor­trä­gen und Round Tables.

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Stadt­ent­wäs­se­rung Dres­den: Stra­te­gien für wach­sen­de Indus­trie­ab­was­ser­men­gen 

Dr. Vol­ker Kühn, Geschäfts­füh­rer der Stadt­ent­wäs­se­rung Dres­den GmbH, stell­te die geplan­te Ent­wick­lung des Dresd­ner Abwas­ser­sys­tems vor. Mit über 560.000 Ein­woh­nern und zahl­rei­chen Indus­trie­be­trie­ben zählt Dres­den zu den größ­ten Abwas­ser­stand­or­ten Ost­deutsch­lands. Das star­ke Wachs­tum der Halb­lei­ter­indus­trie im Nor­den der Stadt könn­te zu einer Ver­dopp­lung der Abwas­ser­men­gen füh­ren. Beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen sind die hohe Salz­fracht, die Behand­lung von Mikro­schad­stof­fen und die stei­gen­de Stick­stoff­be­las­tung. Dafür plant die Stadt­ent­wäs­se­rung Inves­ti­tio­nen von rund 630 Mio. Euro bis 2028. 

Pro­zess­ana­ly­tik: Endress+Hauser zeigt neue Wege 

E+H Busi­ness Deve­lo­p­ment Mana­ger Dr. Andre­as Mey­er prä­sen­tier­te Ansät­ze der Inline-Pro­zess-Ana­ly­tik mit opti­schen Metho­den. Moder­ne Spek­tro­sko­pie nutzt Licht­wel­len, Absorp­ti­on und Streu­ung, um gelös­te und unge­lös­te Stof­fe im Abwas­ser prä­zi­se zu erfas­sen. Die­se Tech­no­lo­gien ermög­li­chen eine effi­zi­en­te­re Über­wa­chung und Echt­zeit­steue­rung von Pro­zes­sen – ein ent­schei­den­der Fak­tor für sta­bi­le und nach­hal­ti­ge Was­ser­kreis­läu­fe. 

Bio­lo­gi­sche Ver­fah­ren: Chan­cen und Herausforderungen 

Dr. Ani­ta Haupt, Direc­tor Pro­cess Design Glo­bal bei DAS EE, beleuch­te­te die Rol­le bio­lo­gi­scher Ver­fah­ren in der Halb­lei­ter­indus­trie. Mikro­or­ga­nis­men nut­zen orga­ni­sche Schad­stof­fe als Nähr­stof­fe – die Basis für nach­hal­ti­ge und kos­ten­güns­ti­ge Reinigung.

Ihre Vor­tei­le lie­gen in hoher Rei­ni­gungs­leis­tung und ein­fa­cher Tech­nik, oft kom­bi­niert mit Vor­be­hand­lungs­ver­fah­ren. Gren­zen bestehen bei spe­zi­el­len Inhalts­stof­fen wie Ammo­ni­um­sul­fat und beim Fach­kräf­te­man­gel, da geschul­te Anla­gen­füh­rer unver­zicht­bar sind. Wei­te­re span­nen­de Dis­kus­si­ons­the­men waren Inhalts­stof­fe im Indus­trie­ab­was­ser, Auto­ma­ti­sie­rung, regu­la­to­ri­sche Vor­ga­ben und Wasserwiederverwendung.

Zwi­schen Volu­men­fer­ti­gung und Nach­hal­tig­keit: Recy­cling in der Halbleiterindustrie 

Pas­cal Osten, Tech­ni­cal Direc­tor Water Tre­at­ment Glo­bal bei DAS EE, beton­te die stei­gen­de Bedeu­tung des Was­ser­re­cy­clings. Moder­ne Fabs benö­ti­gen täg­lich bis zu 15.000 m³ Was­ser, das u. a. in Ätz- und Spül­pro­zes­sen sowie beim CMP ein­ge­setzt wird. Ent­spre­chend kom­plex sind die Inhalts­stof­fe des Abwas­sers, von Säu­ren und Fluo­ri­den bis zu gelös­ten Sal­zen und Feststoffen.

Die Indus­trie inves­tiert zuneh­mend in Recy­cling- und Auf­be­rei­tungs­tech­no­lo­gien. Grün­de sind Was­ser­knapp­heit, begrenz­te Ein­lei­tungs­ka­pa­zi­tä­ten und wach­sen­de Nach­hal­tig­keits­vor­ga­ben der Kun­den. Recy­cling ist nicht nur öko­lo­gisch, son­dern auch wirt­schaft­lich: Es redu­ziert Abhän­gig­kei­ten von öffent­li­chen Quel­len, senkt Betriebs­kos­ten und ermög­licht stei­gen­de Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten bei gleich­blei­ben­dem Wasserverbrauch.

IWT 2025
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Abwas­ser­ma­nage­ment in der Lebensmittelindustrie 

Dr. Chris­tia­ne Münch, Bereichs­lei­te­rin Umwelt­tech­nik bei der Sach­sen­milch Lep­pers­dorf GmbH, zeig­te am Bei­spiel einer der moderns­ten Mol­ke­rei­en Euro­pas, wie inno­va­ti­ves Was­ser­ma­nage­ment in der Lebens­mit­tel­in­dus­trie gelingt. Am Stand­ort wer­den täg­lich bis zu 6,5 Mil­lio­nen Liter Milch und Mol­ke ver­ar­bei­tet, wofür rund 15 Mil­lio­nen Liter Was­ser benö­tigt werden.

Um die­se Men­gen nach­hal­tig zu bewäl­ti­gen, setzt Sach­sen­milch auf Recy­cling­kreis­läu­fe. Herz­stück ist die Auf­be­rei­tung von Pro­duk­ti­ons­ab­was­ser zu Pro­zess­was­ser in Trink­was­ser­qua­li­tät – bis zu 4.000 m³ täg­lich bei einer Gesamt­aus­beu­te von 96 %, geför­dert durch das Umwelt­in­no­va­ti­ons­pro­gramm des Bundesumweltministeriums.

Fazit: Dres­den als Modellregion 

Der Indus­trie­was­ser­tag zeig­te, wie Indus­trie­wachs­tum, nach­hal­ti­ge Abwas­ser­be­hand­lung und inno­va­ti­ve Mess­tech­nik zusam­men­spie­len müs­sen, um die Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft zu bewäl­ti­gen. Dres­den ent­wi­ckelt sich zuneh­mend zu einer Modell­re­gi­on für indus­tri­el­le Was­ser­wirt­schaft – getra­gen von der Zusam­men­ar­beit von Stadt, Indus­trie und Technologieanbietern.

Die Wasser-Expert*innen von DAS EE blei­ben auch künf­tig im Aus­tausch mit Fach­pu­bli­kum und Branchenpartnern:

Glo­bal Forum 2026: Dri­ving Sus­tainable Inno­va­ti­on Tog­e­ther (14.–16. April 2026, Basel)
Ver­an­stal­tet von Endress+Hauser, bringt das Forum inter­na­tio­na­le Expert*innen zusam­men. Im Fokus ste­hen nach­hal­ti­ge Lösun­gen für Indus­trie, Umwelt und Gesell­schaft. Die Spezialist*innen von DAS EE wer­den ihre Exper­ti­se in indus­tri­el­ler Was­ser- und Abgas­be­hand­lung einbringen.

3. Indus­trie­was­ser­tag 2026 (in Pla­nung)
Nach dem erfolg­rei­chen Auf­takt 2024 und der Fort­set­zung 2025 ist bereits das nächs­te Bran­chen­tref­fen vor­be­rei­tet. Es wird erneut Fach­leu­te aus Indus­trie, Wis­sen­schaft, Ver­wal­tung und Tech­no­lo­gie zusam­men­füh­ren, um aktu­el­le Trends der indus­tri­el­len Was­ser­wirt­schaft zu diskutieren.