Kühlung und Temperierung von Abwasser

Bei der effektiven Behandlung von Abwasserströmen spielt die Wassertemperatur in den verschiedenen Behandlungsstufen eine wichtige Rolle. Auch Temperatur-Grenzwerte oder Fragen der Energierückgewinnung und  Geruchsbelästigung dürfen nicht aus dem Auge verloren werden.

Temperierung von Prozess- und Abwasser

Neben der Betrachtung von Abwassermengen und deren Zusammensetzung, ist die Temperierung des Abwassers eine wichtige Grundlage für die Planung und Optimierung Ihrer abwassertechnischen Anlage. Zu kalte Teilströme sind ein Problem insbesondere für Anaerob-Reaktoren, wie beispielsweise UASB

(Upstream Anaerobic Sludge Blanket), EGSB (Expanded Granular Sludge Blanket) oder IC (Internal Circulation), da die Bakterien für ihren Stoffwechsel auf eine Mindesttemperatur angewiesen sind. Kommt das Wasser zu warm in die biologische Behandlungsstufe kann die Biomasse beschädigt werden.

Gesellschaftliche Relevanz von Abwasserkühlung

Betreiber von abwassertechnischen Anlagen haben neben der Effizienz ihrer Reinigung auch ein Auge auf die gesellschaftlichen Aspekte der Wasserströme. Zum Schutz der angrenzenden Gewässer und der darin lebenden Organismen gibt es öffentliche Regelungen, welche Temperaturen bei der Direkteinleitung vorzuliegen haben. In der Regel legen die unteren und oberen Wasserbehörden fallspezifisch fest, welche Temperaturen einzuhalten sind. In Dresden besteht beispielsweise eine Obergrenze von 35°C.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Geruchsentwicklung auf Grund warmer Ströme in der Kanalisation. Je nach Außentemperatur kann dieses Phänomen verstärkt werden und zu einer Belästigung der Anwohner führen.

Kühlung und Energierückgewinnung aus Abwasser

Bei der Kühlung von Prozesswasser haben sich Kühltürme, Fallfilmkühler sowie Rohrbündel- und Plattenwärmeübertrager als sinnvolle Lösungen erwiesen. Zur Kühlung von Abwasser haben sich in der Praxis jedoch andere Systeme behauptet. Eine gängige Lösung ist der Einsatz von Spiralwärmeübertragern, welche jedoch mit hohen Wartungsaufwänden einhergehen. Selbstreinigende Systeme, wie der Rotationswärmeübertrager E-Plate, haben dieses Problem bereits gelöst.