KI-Wachstum trifft auf nachhaltige Fertigung

KI erhöht die Komplexität von Halbleiterfabriken. Erfahren Sie, warum die Point-of-Use-Abgasreinigung zu einer wichtigen Infrastruktur für nachhaltige Fabs der Zukunft wird.

Steigende Nachfrage nach KI-Chips treibt Fab-Investitionen von TSMC, Intel und Micron

Das Wichtigste in Kürze

  • Künstliche Intelligenz (KI) treibt die Nachfrage nach hochentwickelten Halbleitern an und erhöht damit die Komplexität der Fertigung sowie den Bedarf an prozessintensiveren Produktionstechnologien.

  • Moderne Chipfertigung ist auf eine Reihe spezialisierter Prozessgase angewiesen, darunter fluorierte Gase, die für viele Prozessschritte unverzichtbar sind, aber auch erheblich zu den Treibhausgasemissionen beitragen können.

  • Technologien zur Abgasreinigung am Point-of-Use behandeln komplexe Abgasströme direkt an der Quelle und können gezielt auf unterschiedliche Prozesse und Gaszusammensetzungen abgestimmt werden.

  • Umwelttechnologien entwickeln sich zu strategischer Fab-Infrastruktur, die eine leistungsfähige und nachhaltige Halbleiterfertigung unterstützt und bereits bei der Planung und Skalierung zukünftiger Produktionskapazitäten an Bedeutung gewinnt.

KI-Wachstum verändert mehr als nur Chips

Die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz verändert die Halbleiterindustrie grundlegend. Die wachsende Nachfrage nach KI-Anwendungen steigert den Bedarf an hochentwickelten Logik- und Speicherchips. Infolgedessen bauen viele Halbleiterhersteller ihre Produktionskapazitäten aus und investieren in neue Fertigungsanlagen.

Doch die Auswirkungen der KI reichen weit über den Chip selbst hinaus. Neue Chiparchitekturen, hochentwickelte Speichertechnologien und die fortschreitende Skalierung erfordern zunehmend anspruchsvolle Fertigungsverfahren. Damit verändern sich auch die Anforderungen an die Infrastruktur, die diese Prozesse unterstützt.

Es entsteht eine Kettenreaktion: Steigende Nachfrage nach KI führt zu leistungsfähigeren Chips, diese erfordern komplexere Fertigungsprozesse und stellen damit neue Anforderungen an Halbleiterfabriken.

Strom, Wasser, Prozessgase sowie Abgas- und Abwasserbehandlung gewinnen deshalb bei der Planung und beim Betrieb moderner Fabs an Bedeutung. Dies gilt insbesondere in industriellen Zentren in Asien, den USA und Europa, in denen der Ausbau von Produktionskapazitäten auf begrenzte Ressourcen und steigende Umweltanforderungen trifft.

Anspruchsvollere Chips bedeuten eine komplexere Fertigung

Die Halbleiterfertigung umfasst bereits mehrere hundert streng kontrollierte Prozessschritte. Viele davon sind auf spezialisierte Prozessgase und Chemikalien angewiesen.

Bei kritischen Prozessen wie dem Ätzen oder der chemischen Gasphasenabscheidung (Chemical Vapor Deposition, CVD) kommen unter anderem fluorhaltige Gase für die Waferbearbeitung und die Reinigung von Prozesskammern zum Einsatz. Die US-Umweltschutzbehörde EPA stuft Halbleiterfertigungsprozesse, bei denen reaktive fluorhaltige Verbindungen zum Ätzen und zur Kammerreinigung verwendet werden, ausdrücklich als Quellen ein, die unter die Meldepflichten für Treibhausgasemissionen in der Elektronikfertigung fallen.

Für Fab-Betreiber rückt damit neben der Prozess-Performance eine weitere Frage in den Fokus: Wie lassen sich die entstehenden Abgasströme zuverlässig und effizient behandeln?

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„Die Nachhaltigkeitsleistung eines Abgasreinigungssystems sollte anhand seiner gesamten Klimaauswirkungen gemessen werden. Bei Gasen wie CF₄ zählt jeder Bruchteil eines Prozentpunkts bei der DRE-Rate. Durch Zerstörungseffizienzen von über 99,9 % kann moderne Brenner-Wäscher-Technologie die Restemissionen von Treibhausgasen erheblich reduzieren und trotz der Verwendung von Erdgas einen positiven Beitrag zur allgemeinen Dekarbonisierungsstrategie einer Halbleiterfabrik leisten.“

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Dr. Guy Davies, Chief Business Development Officer
DAS Einvironmental Expert GmbH

Emissionen von Halbleiterfabs: Warum fluorierte Gase eine wichtige Rolle spielen

Fluorierte Treibhausgase wie CF₄, NF₃ und andere fluorierte Verbindungen sind insbesondere im Hinblick auf ihre Klimawirkung von Bedeutung. Ihre Eigenschaften machen sie für verschiedene Fertigungsprozesse wertvoll, können jedoch zugleich erhebliche ökologische Herausforderungen mit sich bringen.

CF₄ ist ein prominentes Beispiel. Es wird in der Chipproduktion insbesondere in plasmabasierten Prozessen eingesetzt. Gleichzeitig trägt seine hohe chemische Stabilität zu seiner langen Verweildauer in der Atmosphäre bei und macht eine effektive Zersetzung technisch anspruchsvoll.

Mit steigender Produktionsleistung gewinnt deshalb nicht nur die Menge der produzierten Chips an Bedeutung, sondern auch die Frage, wie die damit verbundenen Emissionen wirkungsvoll begrenzt werden können.

Hintergrund: Warum ist eine DRE von >99,9 % für die CF₄-Reduzierung so wichtig?

Erfahren Sie, wie sich eine hohe Zerstörungs- und Abscheidungsleistung auf die Emissionen in der Halbleiterindustrie auswirken kann: Jenseits von Branchen-Benchmarks: Warum 99,9% DRE entscheidend ist

Point-of-Use-Abatement: Abgasbehandlung direkt an der Entstehungsquelle

Ein wichtiger Ansatz zur Emissionsminderung ist die sogenannte Point-of-Use-Abgasreinigung. Anstatt Abgase ausschließlich in zentralen, nachgelagerten Systemen zu behandeln, erfolgt die Reinigung hierbei bereits in unmittelbarer Nähe der Prozessanlage, in der die Abgase entstehen.

Abhängig vom jeweiligen Prozess und der Zusammensetzung des Abgasstroms kommen unterschiedliche Abgasreinigungstechnologien zum Einsatz. Diese dienen dazu, gesundheitsgefährdende sowie klimarelevante Verbindungen zu zerstören oder zu entfernen, bevor das behandelte Abgas in die nachgelagerte Abluftinfrastruktur gelangt.

Ein Beispiel für die Bedeutung prozessspezifischer Abgasreinigung ist die chemische Gasphasenabscheidung (CVD). CVD-Anlagen erzeugen insbesondere während der Reinigung ihrer Prozesskammern Abgasströme, die fluorierte Verbindungen enthalten können. Hierfür können Gase wie NF₃ eingesetzt werden, aus denen reaktive Fluorspezies erzeugt werden.

Point-of-Use-Abgasreinigungssysteme behandeln diese Gase direkt an der Anlage und können gezielt an die Anforderungen der jeweiligen Anwendung angepasst werden.

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Je nach Halbleiterprozess ergeben sich unterschiedliche Herausforderungen im Bereich der Abgase. Erfahren Sie, wie DAS Environmental Experts verschiedene Technologieverfahren kombiniert, um komplexe Prozessgase direkt am Einsatzort zu behandeln.

Von der Betriebstechnik zur Fab-Infrastruktur

Traditionell wurden Umwelttechniksysteme vor allem als unterstützende Systeme betrachtet, die zur Einhaltung von Emissionsvorgaben erforderlich sind. Mit der steigenden Komplexität und Skalierung der Halbleiterfertigung verändert sich diese Rolle.

Bei der Abgasreinigung zählen nicht mehr allein Behandlungskapazität und DRE. Auch Anlagenverfügbarkeit, Redundanz, Ressourcenverbrauch und die Integration in die Subfab beeinflussen, wie zuverlässig und effizient sich neue Prozessanforderungen abbilden lassen.

Damit wird Umwelttechnik zunehmend zu einem strategischen Bestandteil der Fab-Infrastruktur. Sie muss mit neuen Produktionsanforderungen skalieren, ohne Ressourcenverbrauch und Umweltauswirkungen automatisch im gleichen Verhältnis zu erhöhen.

Eine gut integrierte Abgasreinigungsstrategie unterstützt bei

  • der effektiven Behandlung komplexer Abgasströme aus der Halbleiterfertigung,

  • der Reduzierung direkter Prozessemissionen,

  • einem stabilen und zuverlässigen Fab-Betrieb,

  • der effizienten Nutzung von Medien und Ressourcen,

  • einer skalierbaren Infrastruktur für zukünftige Prozessanforderungen sowie

  • dem Erreichen von Nachhaltigkeitszielen in der Halbleiterindustrie.

Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Umwelttechnologien sollten bereits frühzeitig in die Fabrik- und Prozessplanung einbezogen werden, anstatt erst nachträglich als ergänzende Maßnahme hinzugefügt zu werden.

Die nächste Herausforderung: Steigerung der Produktion ohne Erhöhung der Umweltbelastung

Das KI-getriebene Wachstum der Halbleiterindustrie führt zu einem erheblichen Spannungsfeld. Die Branche benötigt mehr Produktionskapazitäten und verfolgt gleichzeitig ehrgeizige Ziele in Bezug auf Emissionsreduzierung, Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Eine einfache proportionale Ausweitung der bestehenden Infrastruktur im Verhältnis zur Produktion dürfte kaum die nachhaltigste Lösung sein. Zukünftige Fertigungsanlagen müssen die Umweltleistung als integriertes System betrachten.

Weniger ist mehr – effiziente Ressourcennutzung in der Halbleiterbranche

Innovative Abgasreinigung ist dabei nur ein Teil des Gesamtbildes. Wasserrecycling und -wiederverwendung, Energierückgewinnung, intelligente Steuerungssysteme und ein ressourcenschonender Betrieb sind weitere wichtige Hebel für eine nachhaltigere Halbleiterfertigung. Ziel ist nicht nur eine höhere Produktionsleistung, sondern eine höhere Produktionsleistung bei gleichzeitig geringeren Umweltauswirkungen je produzierter Einheit.

Damit wandelt sich auch das Verständnis von Fab-Performance: Produktionskapazität, Prozessstabilität und Umwelteffizienz müssen als zusammenhängende Faktoren betrachtet werden.

Fazit: Die KI-Herausforderung als Chance für nachhaltiges Engineering

Künstliche Intelligenz beschleunigt die Entwicklung der Halbleiterindustrie. Gleichzeitig steigen mit anspruchsvolleren Fertigungsprozessen auch die Anforderungen an die Systeme, die diese Produktion ermöglichen und ihre Umweltauswirkungen begrenzen.

Point-of-Use-Abgasreinigung und andere Umwelttechnologien werden damit zu wichtigen Bausteinen einer Fab-Infrastruktur, die Leistung, Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit miteinander verbindet.

Die Herausforderung besteht nicht mehr allein darin, leistungsfähigere Chips zu produzieren, sondern auch die notwendige Infrastruktur zu schaffen, um sie verantwortungsvoll und mit geringeren Umweltauswirkungen herzustellen.

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Neue Prozesse, höhere Kapazitäten und sich verändernde Gaszusammensetzungen können neue Anforderungen an die Infrastruktur von Halbleiterfabriken mit sich bringen. Unsere Umweltexperten unterstützen Sie gerne dabei, den richtigen Ansatz zur Abgas- und Wasserbehandlung für Ihren Prozess und die zukünftigen Anforderungen Ihrer Fab zu finden.

Besprechen Sie Ihre Anwendung mit unseren Halbleiterexperten.

Dr. Guy Davies

Chief Business Development Officer

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